Ihr Unternehmen führt vorausschauende Wartung per KI ein. Die Folgen unterscheiden sich von Standort zu Standort.
Sensoren erfassen Schwingungs- und Vibrationsdaten, ein externer Anbieter unterstützt bei der Diagnose. Ziel ist, Ausfälle früher zu erkennen und unterschiedliche technische Lösungen zu vereinheitlichen — Standorte sind davon aber nicht gleich betroffen.
Erfahrungswissen trifft auf ein neues System
An einem Standort arbeiten Beschäftigte seit Jahren mit einem bestehenden Analysesystem. Sie kennen die Besonderheiten der Maschinen, haben eigene Grenzwerte entwickelt und ordnen Messdaten aus Erfahrung ein. Das neue System liefert zunächst nicht immer bessere Ergebnisse — und ist zugleich auf ihre Rückmeldungen angewiesen, um die örtlichen Bedingungen zu lernen.
Daraus entsteht ein nachvollziehbarer Konflikt: Beschäftigte sollen Wissen weitergeben, das die Software verbessert, während Teile ihrer bisherigen Analysearbeit zum Anbieter verlagert werden könnten. An anderen Standorten kann dasselbe System entlasten, weil dort weniger eigene Analysekapazitäten vorhanden sind. Ein einheitlicher Rollout wird diesen Unterschieden nicht gerecht.
Was Sie jetzt klären müssen
Eine Betriebsvereinbarung, die Leistungs- und Verhaltenskontrolle ausschließt und Beschäftigtendaten schützt, ist wichtig — reicht aber nicht aus. Klären Sie zusätzlich: Welche Tätigkeiten und Entscheidungsspielräume verändern sich? Welches Wissen fließt an den Anbieter?
Ebenso entscheidend: Wie bleiben betriebliche Kompetenzen erhalten und wie werden sie weiterentwickelt? Welche Beschäftigten werden wann beteiligt? Und anhand welcher Kriterien wird geprüft, ob der Einsatz tatsächlich bessere Ergebnisse bringt oder nachgesteuert werden muss? Wo das vorhandene Fach- und Erfahrungswissen nicht ernst genommen wird, kann die Kooperation scheitern.
Wie Kyberon Sie begleitet
Für Ihr Gremium ist industrielle KI auch eine Frage der Arbeitsgestaltung. Wir unterstützen Sie dabei, das konkrete System und seinen Anwendungsfall zu verstehen — und die unterschiedlichen Folgen für Standorte und Beschäftigtengruppen sichtbar zu machen.
Daraus entwickeln wir gemeinsam belastbare Anforderungen für Einführung, Erprobung und Betriebsvereinbarung. So bleibt das Erfahrungswissen Ihrer Beschäftigten Teil der Lösung — statt stillschweigend zu verschwinden.
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In 30 Minuten klären wir, wo Ihr Gremium steht und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.
Termin vereinbarenGrundlage dieses Szenarios: Ottaiano, Mario Michael; Schneidemesser, Lea; Butollo, Florian (2025): „Künstliche Intelligenz und Erfahrungswissen. Zur Formalisierbarkeit und Delokalisierung von Facharbeit", ARBEIT 34 (4), S. 275–298.